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10cc war das ultimative Trojanische Pferd der Popgeschichte, das zwischen 1972 und 1978 die Charts kaperte. Die vier Genies aus Manchester bauten keine herkömmlichen Songs, sondern akustische Fallen mit doppelten Böden. Während das Publikum glücklich mitsummte, injizierte die Band ihren Hörern bitterböse Satire und eiskalten Zynismus. Sie verpackten scharfkantige Gesellschaftskritik, psychologische Grausamkeit und finanzielle Gier in zuckersüße Radio-Ohrwürmer. Ihr Welthit I’m Not in Love klingt hochromantisch, entpuppt sich im Text aber als manipulative Liebesleugnung. Der fröhliche Mitklatsch-Song Rubber Bullets handelt insgeheim von sadistischer Polizeigewalt, während Art for Art’s Sake die käufliche Kunstwelt demoliert. Die Band besaß ein eigenes Studio und damit die totale kreative Autonomie für ihre Experimente. Aus 256 Gesangsspuren bastelten sie per Hand revolutionäre Soundteppiche und feierten elf Top-10-Singles. 10cc operierte am offenen Herzen des Mainstreams – chirurgisch präzise, brillant konstruiert und mörderisch unterhaltsam.
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Beatles, The waren das erfolgreichste Wirtschafts- und Kulturphänomen der modernen Musikgeschichte, bei dem vier Liverpooler Arbeiterklasse-Jungs durch extremes Talent und cleveres Marketing zu globalen Ikonen aufstiegen. Ab 1963 dominierte die von radiotauglichen Mega-Hits wie „She Loves You“ oder „I Want To Hold Your Hand“ befeuerte „Beatlemania“ die westliche Jugendkultur, was die Band durch ein immenses Pensum aus Welttourneen logistisch wie psychisch an ihre Belastungsgrenze trieb. Weil man live vor lauter kreischenden Fans das eigene Instrument nicht mehr hören konnte, flohen sie 1966 von der Bühne und mutierten im Studio zu wegweisenden Pionieren, die mit Meisterwerken wie „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ (über 32 Millionen Verkäufe) oder „Abbey Road“ das moderne Album erfanden. Unter dem Einfluss von Zeitgeist, Drogen und Fernost-Philosophie veränderten sie mit zeitlosen Hymnen wie „Hey Jude“ und „Let It Be“ nachhaltig Ästhetik und Sound der Popmusik, während das dominierende Duo Lennon/McCartney mit insgesamt 20 US-Nummer-eins-Hits unaufhaltsam Rekorde brach. Der immense Ruhm und das Fehlen ihres 1967 verstorbenen Managers Brian Epstein hinterließen jedoch ein massives Führungsvakuum, sodass geschäftliche Fehlentscheidungen und private Entfremdung zu unüberbrückbaren Spannungen im Studio führten. Im Jahr 1970 folgte schließlich die unvermeidliche Auflösung, die in jahrelangen, erbitterten Rechtsstreitigkeiten um die Tantiemen mündete – unterm Strich das Porträt eines perfekt geölten, über eine Milliarde Mal verkauften Pop-Konzerns, der kollabierte, als die Teenager-Idole erwachsen wurden.
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Duran Duran: Die britischen Synth-Pop-Pioniere Duran Duran wurden Ende der 1970er-Jahre im chronisch grauen Birmingham gegründet und starteten von dieser Industriestadt aus einen beispiellosen Feldzug direkt in die weltweiten Hitparaden, den sie mit einer unverschämten Menge an Haarspray und gigantischen Welthits wie „Rio“, „Hungry Like the Wolf“ und „Save a Prayer“ im Sturm eroberten. Auch ihr brachialer Song „The Wild Boys“ und der legendäre James-Bond-Klassiker „A View to a Kill“ gehören zu den absoluten Meilensteinen, die der Band zusammen mit späteren Comeback-Hymnen wie „Ordinary World“ über die Jahrzehnte hinweg mehr als 100 Millionen verkaufte Platten einbrachten und ihnen schlussendlich ein verdientes Ticket in die Rock and Roll Hall of Fame sicherten. Als Speerspitze der „New Romantic“-Bewegung bewiesen sie eindrucksvoll den popkulturellen Wert von Synthesizern und begriffen als Erste, dass man im neuen Musikfernsehen bei MTV vor allem verdammt gut aussehen musste, weshalb sie sündhaft teure, filmreife Hochglanz-Videos an den Stränden der Karibik drehten. Damit retteten sie im Alleingang die kriselnde Musikindustrie, erfanden ganz nebenbei die moderne Pop-Ästhetik der Achtziger und prägten die visuelle Kunst nachfolgender Generationen so nachhaltig, dass ein tieferer Blick in ihre Diskografie auch heute noch uneingeschränkt empfehlenswert ist, wenn man lernen will, wie man altert, ohne jemals den Sinn für Glamour zu verlieren.
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Who, The waren eine 1964 in London gegründete britische Rockband, die Hotelzimmer und Musikgeschichte gleichermaßen zerlegte. Sänger Roger Daltrey lieferte das Testosteron, Pete Townshend die windmühlenartigen Gitarren-Akkorde, John Entwistle den präzisen Bass und Keith Moon das pure, explosive Drum-Chaos. Die Londoner Vorstadt-Jungs erfanden die Rockoper, zertrümmerten reihenweise ihr Equipment auf der Bühne und wurden zu den lautstarken Ikonen der englischen Mod-Bewegung. Ihr ewiges, wütendes Manifest für rebellische Teenager weltweit bleibt der wegweisende Hymnus „My Generation“. Mit „Baba O'Riley“ und den revolutionären Synthesizer-Spuren schufen sie ein episches Meisterwerk, während „Won't Get Fooled Again“ den wohl berühmtesten Urschrei der Rockgeschichte ins Mikrofon meißelte. Dass die harten Kerle auch verletzliche Seiten hatten, bewiesen sie eindrucksvoll mit der melancholischen Ballade „Behind Blue Eyes“. Mit dem treibenden „Pinball Wizard“ krönten sie das taubstumme Genie ihrer weltbekannten Rockoper Tommy, und der Song „5:15“ setzte ihrer Londoner Heimatkultur ein bleibendes Denkmal. Wer hochenergetischen Rock mit chronischer Zerstörungswut sucht, für den bleibt diese Band absolut empfehlenswert – für die Ohren ein zeitloser Genuss, für die Instrumente ein historischer Totalschaden.
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