Urlaubsmusik.info Blog: Entspannt reisen mit Musik

Mein Freund ist gerade im Kruger-Park (und ich sitze hier im grauen Alltag)

Während ich hier am Schreibtisch sitze, tief in den Bildschirm starre und mein Highlight des Tages der Gang zur Kaffeemaschine ist, vibriert mein Handy im Sekundentakt. Mein Freund ist gerade im Kruger-Nationalpark in Südafrika. Seine Foto-Updates zerstören mein restliches bisschen Produktivität im Sekundentakt. Er schickt mir Schnappschüsse von gigantischen Elefantenherden, die seelenruhig direkt vor seiner Motorhaube die Straße blockieren, während mein einziger Stau heute Morgen aus drei mürrischen Pendlern vor dem Kreisverkehr bestand.

Während er versucht, beim Anblick einer majestätischen Löwin im Schatten eines Baumes möglichst unauffällig wie ein harmloses Stück Buschwerk zu wirken, kämpfe ich hier mit dem Drucker, der mal wieder das Papier gefressen hat. Das Schlimmste daran ist dieser unvergleichliche afrikanische Busch-Vibe, den er mir im Minutentakt per Sprachnachricht schickt: das ferne, dumpfe Brüllen der Raubkatzen und das Knistern des abendlichen Lagerfeuers, an dem er jetzt mit einem eiskalten südafrikanischen Bier sitzt und in den gigantischen Sternenhimmel schaut. Er hat seinen kleinen, absolut ungeeigneten Mietwagen todesmutig zum ultimativen Safari-Mobil erklärt, ignoriert die nicht vorhandene Bodenfreiheit komplett und sammelt Gänsehaut-Momente wie andere Leute Treuepunkte im Supermarkt.

Diese wilde, ungezähmte Energie Afrikas springt selbst durch das Smartphone-Display direkt auf mich über und lässt mich meinen grauen Alltag augenblicklich vergessen. Spätestens jetzt, wo er drei Stunden lang voller Begeisterung auf ein verdächtiges Gebüsch gestarrt hat, das sich am Ende als stinknormaler, vertrockneter Ast entpuppte, ist mir klar: Ich muss sofort meine Koffer packen, diese Komfortzone verlassen und das nächste Flugticket in die Wildnis buchen.

Damit der Neid beim Betrachten seiner Bilder im heimischen Wohnzimmer die richtige emotionale Tiefe bekommt, liefert die epische Version von Disturbed – The Sound Of Silence auf YouTube den perfekten, dramatischen Soundtrack für meinen akuten Fernweh-Anfall. Wenn er mir dann wieder ein Video schickt, in dem der Fahrtwind durch die geöffneten Autofenster strömt und er den afrikanischen Staub aufwirbelt, läuft in meinem Kopf der zeitlose Kulthit Bruce Springsteen – Born to Run auf YouTube als Hymne der ultimativen Freiheit. Und wenn bei ihm im Camp die Nacht hereinbricht, lassen mich die berührenden, sanften Klänge von Gurrumul – Wiyathul auf YouTube zumindest gedanklich mit ihm am Lagerfeuer sitzen und von meinem eigenen großen Roadtrip-Abenteuer träumen.

P.S.: Aber ich gönne ihm vom Herzen ! Das klingt für mich wie Urlaubsmusik !

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