Wenn Weltstars das Skifahren (nicht) lernen - die Beatles in Obertauern
Wenn Weltstars das Skifahren (nicht) lernen
Die Ausgangslage für Regisseur Richard Lester war denkbar schlecht: John, Paul, George und Ringo standen in ihrem Leben noch nie auf Skiern.
Entsprechend chaotisch starteten die ersten Drehtage auf den Pisten. Während im Hintergrund emotionale Filmsongs wie „You've Got to Hide Your Love Away“ oder das sehnsüchtige „I Need You“ eine ganz andere Stimmung transportierten, fielen die vier Musiker im echten Leben ununterbrochen in den Schnee, lachten Tränen und hatten sichtlich Spaß am Balanceverlust. Da die Filmaufnahmen jedoch irgendwann im Kasten sein mussten, griff das Filmteam zu einem Trick:
- Die Doppelgänger mit Pilzkopf: Vier einheimische Skilehrer wurden kurzerhand als Stunt-Doubles engagiert.
- Perücke auf und ab auf die Piste: Ausgestattet mit originalen Beatles-Perücken und der passenden Kleidung rasten die österreichischen Ski-Profis die Hänge hinunter, während die echten Weltstars im Tal für die Nahaufnahmen posierten.
Ein Klavier im Tiefschnee und ein historisches Konzert
Besonders eine Szene brannte sich in das Gedächtnis der Popkultur ein: Für das Musikvideo zum Welthit „Ticket to Ride“ schleppte die Filmcrew ein echtes Klavier mitten auf die Skipiste. Die Bilder von den Beatles, die im dicken Winteroutfit im Schnee um das Instrument herumalbern – passend zum treibenden Rhythmus des Songs –, sind bis heute legendär.
Doch die Beatles ließen es sich nicht nehmen, auch abseits der Kamera für Furore zu sorgen. Im Hotel „Marietta“ feierte der Regieassistent seinen Geburtstag. Die Band ließ sich nicht zweimal bitten, schnappte sich die Instrumente der Hotelband und gab ein spontanes, schweißtreibendes Live-Konzert.
Neben rockigen Nummern wie „The Night Before“ und „Another Girl“ spielten sie sich durch ihr Repertoire. Es sollte der einzige Auftritt bleiben, den die Beatles jemals in Österreich spielten. Ob sie dort im Partyrausch auch ihren melancholischen Mega-Hit „Yesterday“ anstimmten, bleibt ein Geheimnis der Hotelwände.
Das Erbe von Obertauern: Wo du die Beatles heute noch findest
Die Dreharbeiten dauerten nur rund eine Woche, doch sie machten das damals noch recht unbekannte Obertauern praktisch über Nacht weltberühmt. Für Fans, die auf den Spuren der Fab Four wandeln möchten, gibt es im Skigebiet heute ganz konkrete Anlaufstellen zu entdecken:
- Die Bronze-Statuen: Direkt vor dem Hotel Edelweiss, in dem die Bandmitglieder damals wohnten, stehen die vier Musiker als lebensgroße Bronzefiguren.
- Das Pisten-Monument: Unmittelbar am Kirchbühellift steht eine überlebensgroße Nachbildung des weltberühmten Plattencovers zu „Help!“.
- Das Schnee-Klavier: Eine Nachbildung des legendären Filminstruments wartet an der Bergstation der Grünwaldkopfbahn auf dein perfektes Selfie.
- Die Konzert-Location: Wer echte Rockgeschichte atmen möchte, wirft einen Blick in das Hotel Marietta in Obertauern, den Schauplatz ihrer einzigen österreichischen Jamsession.
Wenn du also das nächste Mal im Winter durch den Pulverschnee wedelst, denk an den lauten Hilferuf des Titelsongs „Help!“. Genau hier haben John, Paul, George und Ringo bewiesen, dass man nicht perfekt Ski fahren muss, um im Schnee eine verdammt gute Figur zu machen.